Aussaat. Das Gartenleben kann beginnen!

Ein neues Gartenjahr beginnt für mich mit dem Schmökern in diversen Saatkatalogen. Hier hole ich mir Anregungen, werde auf neues bzw. altes und seltenes Saatgut aufmerksam und Ideen entstehen in meinem Kopf. Mein Gartenplan für das neue Gartenjahr wird erstellt. Die Erhaltung der Artenvielfalt ist auch für mich ein großes Anliegen und so freut es mich sehr, dass die EU-Saatgutverordnung abgelehnt wurde. Es zeigt, dass wir Menschen sehr wohl auch im Großen etwas bewegen und bewirken können, wenn wir uns fürs TUN entscheiden.

Nun geht es an die Aussaat der ersten Samen im Haus.
Meine gesammelte Maulwurfshügel-Erde wird zum Temperieren ein paar Tage vorher ins Haus gebracht.
Ende Februar ist es soweit. Der Sellerie macht den Anfang, da er am längsten für die Keimung braucht, dicht gefolgt von Paprika. In der 2. Märzwoche sind alle besonders wärmeliebenden Sorten an der Reihe: Tomate, Paprika, Gurke etc.

SaatbeetabdeckungDa der halbwegs ideale Platz in meinem Haus leider begrenzt ist, gibt es dort keine Blumenaussaaten. Ein eigenes Saatbeet, geschützt im Gurkenhaus, erfüllt denselben Zweck. Mit der Blüte der Forsythie beginnt hier die erste Aussaat. Der Boden einer Obstkiste wird entfernt und die Kiste mit Noppenfolie bespannt. Braucht nicht besonders stabil zu sein und an einem „Schönheitswettbewerb“ nimmt sie nicht teil. Außerdem wird sie nur bis zu den Eisheiligen verwendet, den Rest des Jahres lagert sie im Gartenhaus.

Ich arbeite nach den “Aussaattagen von Maria Thun”. Diesen Kalender verwende ich schon seit Jahren und kann ihn nur empfehlen.

erste_pflanzenGesät wird in kleine Plastikbecher, die ich das Jahr über sammle. Beschriftet wird auf ebenfalls gesammelten Eisstaberl „Eis mit Stiel“ daher meine bevorzugte Variante.

SalatDer milde Winter brachte den sich selbst ausgesäten Salat heuer bereits im Oktober zum Keimen. Im November setzte ich die Pflanzen ins kalte Folienhaus und Anfang März durfte ich den ersten Salat dieses Jahres ernten. Meine Freude war riesengroß!

Kartoffelturm Hochbeet

Im Kopf spukt er mir schon lange herum – der Kartoffelturm. Einen erfolgreichen Mini-Versuch mit einem Eimer hatte ich bereits vor ein paar Jahren nach der Wühlmaus-Invasion. Nun ist die Zeit endgültig reif für einen richtig professionellen Kartoffelturm. An dieser Stelle ein RIESEN Lob an meinen Mann, der immer wieder ein offenes Ohr für meine „Gartenwünsche“ hat. Danke Dir Tobias!

kartoffelturm
Mein Kartoffelturm ist aus 4 cm starken Fichtenbrettern gefertigt, 800 x 800 mm groß und besteht aus 3 einzelnen Holzrahmen. Er kann mit 5 Stk. Saatkartoffeln bepflanzt werden. Durch das Feingitter am Boden besteht auch keine Gefahr, dass er zum Wühlmausparadies wird. Im Frühling wird der erste Holzrahmen ausgebracht.

Kartoffel sind Starkzehrer. Damit der Turm auch die erwartete Ernte bringt, darf ordentlich gedüngt werden.
Die Befüllung: Unten eine Schicht halbverotteten Kompost. Darauf eine dünne Schicht Mistkompost. Mit Erde bedecken. Vlies darüber, damit sich der erste Rahmen des Turms erwärmt. Durch die Erwärmung und die Möglichkeit den bepflanzten Holzrahmen mit Vlies abzudecken ist ein Start in der zweiten Märzwoche kein Problem.

kartoffelDie vorgetriebenen Kartoffel warten schon (auf den nächsten Wurzeltag lt. Mondkalender) um “ihr neues zuhause“ für den Sommer 2014″ zu beziehen.

Ist das Kartoffelkraut 10-15 cm hoch, wird der zweite Holzrahmen aufgelegt und Erde nachgefüllt. Soviel, dass gerade noch die Blätter (ca. die obersten 2 cm) rausschauen. Die Kartoffel wächst nun weiter und bildet neue Knollen aus. Bei einer erneuten Höhe des Kartoffelkrautes von 10-15 cm kommt nun der dritte und letzte Rahmen drauf. Erneut mit Erde auffüllen. Nun mit Zwiebeljauche gießen.
Der Ertrag aus einer einzigen Kartoffel erhöht sich so enorm. Höher als 80 cm sollte der Turm nicht sein, da sich sonst die Pflanze erschöpft.

Im Prinzip ist der Kartoffelturm ein Hochbeet, das mitwächst. Wenn die Blätter verwelken, wird nun der Turm Rahmen für Rahmen wieder abgebaut (und für nächstes Jahr eingelagert) und die Ernte kann beginnen.
Wichtig ist, der Pflanze ausreichend Nahrung zu geben. Ich dünge 2x die Woche, 1x mit Pflanzenjauche, 1x mit Hühnerjauche, näheres siehe unter Beitrag: Naturkalender Frühling, Hühnerjauche, Brennesseljauche ansetzen

Durch das Aufschütten ist es leider nicht möglich ein paar Ringelblumen etc. als Partner auszusäen. Darum mulche ich. Die Mulchschicht wird jedes Mal, wenn ein neuer Rahmen aufgesetzt wird, entfernt. Nach dem Einbringen der zusätzlichen Erde neue Mulchschicht auftragen.

Weitere Beiträge zum Kartoffelturm folgen.

P.S. Bei Interesse am Kartoffelturm-Hochbeet können Sie entweder die
Bauanleitung gegen Vorauskasse von € 2,- als PDF-Datei,
oder den fertig gebaute Turm in den Maßen:
800 x 800 mm, Platz für ca. 5 Pflanzkartoffel,
600 x 600 mm, Platz für ca. 2-3 Pflanzkartoffel,
400 x 400 mm Platz für ca. 1 Pflanzkartoffel
bei Tobias Pfaffinger bestellen.

Anfragen bitte an: tobias.pfaffinger@aon.at

Naturkalender Frühling

Ich arbeite in meinem Garten nach dem Naturkalender.
Die Natur weiß am besten, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mit der Arbeit im Garten zu beginnen.
Dazu notiere ich seit ein paar Jahren jeweils die unten angegeben Zeigerpflanzen, denn der Zeitpunkt ist jedes Jahr ein anderer. Zeigerpflanzen zeigen mir anhand ihres Wachstums, vom Austrieb über Blattbildung bis zur Blüte, welche Arbeit im Garten angesagt ist. Ich beobachte nur die Pflanzen im Garten oder Gartennähe, denn selbst ein paar Kilometer weiter kann es schon wieder anders sein.

VORFRÜHLING:
schneegloeckchen_haselnussZeigerpflanze: Schneeglöckchen und Haselnuss blühen.

Schachtelhalm-Spritzung: gesamten Garten vor der Bepflanzung 1:5 verdünnt spritzen (schützt vor Pilzerkrankungen, wirkt aufbauend und stärkend für die Pflanzen.)

Sind die Schneeglöckchen voll aufgeblüht, beginne ich mit den ersten Aussaaten (Radieschen) und Pflanzungen (Salat) im Folienhaus.
Zwiebel sind die Ersten, die ins Freiland gesät werden. Mit Vlies abdecken. (lange Vegetationszeit)

Weintraube wird geschnitten. Schnitt erfolgt so, dass die Schnittfläche vom Auge abgekehrt ist. Weintrauben tragen an einjährigen Jungtrieben auf 2jährigem Holz.
Daher werden die 2 jährigen Ruten auf 2 Augen zurückgeschnitten. Jungtriebe, die aus diesem Holz treiben, später sorgfältig anbinden. Das sind die traubentragenden Ruten.

Brombeeren: erfrorene Zweige bist ins gesunde Holz zurückschneiden.

Haselnuss: trägt am einjährigen Holz, daher regelmäßiger Rückschnitt.

Im Haus: Aussaat von Tomate, Paprika, Gurke, Kürbis, Zucchini etc.
Lauch und Spitzkohl für frühe Ernte. Kartoffel vortreiben.

Holzasche auf Beete verteilen, wo Kartoffel, Karotten, Sellerie gepflanzt werden. Macht den Boden alkalisch, nicht zu Moorbeetpflanzen und allen, die es sauer mögen (Gurken).

Erdbeerbeet: Unkraut entfernen, eventuell hochgefrorene Pflanzen neu einsetzen. Mit lauwarmen Wasser gießen (sonniger Tag!), wenn abgetrocknet mit Vlies abdecken bis die Erdbeeren blühen. An sonnigen Tagen das Vlies tagsüber entfernen.

ERSTFRÜHLING:schluesselblume_buschwindröschen
Zeigerpflanzen: Huflattich, Buschwindröschen und Schlüsselblumen, Forsythie. Stachelbeere und Buche beginnen ihre Blätter zu entfalten.

Jetzt beginnt die Zeit für Saaten (Karotten, Radieschen) im Freiland, inkl. Steckzwiebel. Kartoffel unter Vlies in den Kartoffelturm pflanzen.

Ins Folienhaus Frühkraut und Kohlrabi.
In den gesamten Garten (außer wo Bohnen, Erbsen, Krautarten, Lupinen folgen) einige Zehen Knoblauch, ca. 4 cm tief, stecken. Ebenso zu Obstbäumen und Beerensträucher, sowie im Blumenbeet. Besonders Rosen und Phlox lieben ihn. Ersatzweise kann auch Schnittlauch gepflanzt werden. Diesen allerdings nicht zu Tomaten, Spargel, Bohnen, Erbsen, Krautarten, Lupinen.

Zwiebeljauche: 1kg Zwiebelschalen+10 dag Kamille in 10L Regenwasser einweichen. 8-10 Tage gären lassen. Mit dieser Jauche Kartoffelturm, Tomaten-, Paprika-, Gurkenplatz unverdünnt gießen. (1 Woche Abstand zur Schachtelhalmspritzung).
Im Erdbeerbeet die Pflanzen direkt 1:5 verdünnt damit gießen.

forsythie
Forsythie voll erblüht:
Rosen abhäufeln, alle dürren und erfrorenen Äste bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Dünne und schwache Äste bis auf 2 Augen zurückschneiden. Hauptäste wenn nötig um höchstens 1/3 einkürzen. Rosen schräg über einem nach außen wachsenden Auge schneiden. Bodendecker – und Kletterrosen schneide ich nicht regelmäßig. Hier entferne ich nur alte Blütenstände und abgestorbene Triebe. Anschließend mit Knoblauch-Tee besprühen. 10 dag. Knoblauch fein hacken mit 1L heißen aber nicht mehr kochendem Wasser überbrühen. 24 Std. stehen lassen. In dunkle Flaschen abfüllen. Kühl gelagert hält sich dieser bis zu 3 Wochen. 1:5 verdünnt spritzen.
Blumenbeet: Herbstanemone zurückschneiden.

Sträucher: Sommerflieder, alle Triebe des Vorjahres auf 1-3 Augen zurückschneiden. Hänge-Sommerflieder wird nicht geschnitten.

Baumscheiben freiräumen. Im gesamten Garten die Mulchschicht entfernen, damit sich der Boden erwärmen kann. Ich mulche erst wieder im Vollfrühling bzw. Frühsommer.

Bei den Obstbäumen, im Blumenbeet, bei den Rosen und unter den Sträuchern, etwas abgelagerten Rinder-, Hühner- oder Pferdemist verteilen. Mit etwas Kompost abdecken.

Im Beerengarten mit abgelagertem Hühner- oder Schweinemist düngen. Mit etwas Kompost abdecken. Ausnahme: Heidelbeeren, diese bekommen verrotteten Rindermist und Kompost darüber.

Im Haus: aufgegangene Saaten 1x wöchentlich mit 1:5 verdünntem Schachtelhalm gießen (stärkt die Abwehr).
Gladiolen, Dahlien, Lilien im Topf vortreiben.

Saatbeet: Salat, Tagetes, Ringelblumen

Entfaltet die Stachelbeere und die Buche ihre Blätter, pflanze ich Salat, Kohlrabi, Kraut unter Vlies aus.

VOLLFRÜHLING:
apfelblüte_naturkalender
Zeigerpflanze: Apfel-, Kastanie-, Rapsblüte, frische Fichtentriebe.

Hier droht bei klarem Himmel noch Nachtfrost. Wärmeliebende Kulturen (Tomaten, Gurken etc.) können schon ins Folienhaus. Wenn Temperaturen +2°C Grablichter/Kerzen aufstellen. Tontopf darüber. Freilandpflanzungen dieser Kulturen erst nach den Eisheiligen (12. -15. Mai).

Hühnerjauche für Starkzehrer ansetzen: 1/4 Schubkarre Hühnermist mit 100 L Regenwasser, etwas getrocknete und zerkleinerte Eierschalen verrühren. Alle 2-3 Tage umrühren. Nach ca. 4-5 Wochen fertig. Starkzehrer das erste Mal 6 Wochen nach der Pflanzung 1:20 verdünnt damit düngen. 1x pro Woche

Brennesseljauche ansetzen: handbreit geschnittene Brennnessel locker in ein großes Gefäß bis 2 Handbreit unter dem Rand einschichten. Regenwasser dazu, täglich kräftig umrühren. Beginnt zu schäumen, ist nach ein paar Tagen wieder klar. Fertig, wenn sie eine dunkle Farbe hat und nicht mehr schäumt. 1:10 verdünnt düngen bei Starkzehrer. 1x pro Woche. Restlichen Garten 1:20 einmal pro Monat.

Aussaaterde von Maulwurfshügeln selbst sammeln

aussaaterde_maulwurfshügel

Im Winter, wenn der Boden nicht gefroren ist, sammle ich die Erde der Maulwurfshügel.
Ich hole mir die Erde von ungedüngten Wiesen. Diese Erde ist sehr feinkrümmelig und wird vom Maulwurf aus tieferen Schichten nach oben transportiert. Dadurch ist sie fast frei von Steinen, Wurzeln etc. Also Erde pur.
Die Anwesenheit eines Maulwurfs ist ein Indiz dafür, dass es sich um fruchtbaren, gesunden Boden handelt. Maulwurfshügel entstehen, wenn die Erde nicht mehr bis in die Tiefe gefroren ist.
Diese Erde wird im Verhältnis 10:1 mit Gesteinsmehl vermischt und bis zur Aussaat frostfrei gelagert.

Stammpflege der Obstbäume im Winter

Ich verwöhne unsere Obstbäume im Dezember mit einem heilenden und schützenden Anstrich aus Kuhfladen, Lehm, Kalk und verdünnter Schachtelhalm-Brühe.
Dieser Anstrich schützt den Stamm nicht nur vor Sonnenstrahlen und nächtlichen Frost, sondern versorgt ihn zusätzlich mit Nährstoffen.
Grundrezept ist eine Mischung aus 1 Teil frischen Kuhfladen und 1 Teil Lehm (oder Lehmpulver). Diese Basis wird mit 1:5 (1 Teil Schachtelham-Brühe, 5 Teile warmes Wasser) verdünnter Schachtelhalm-Brühe (oder handelsübliches Schachtelhalmkonzentrat, das mit warmen Wasser verdünnt wurde) zu einem sämigen Brei verrührt. Den Anstrich mind. 12 Std. quellen lassen, um ein späteres Aufplatzen des Anstriches am Stamm zu verhindern.

Lehmbrei-zur-StammpflegeLinks: Lehm & Kuhfladen bereit zum Quellen.
Rechts: Silicea im Wasser gelöst, daneben unverdünnte Schachtelhalm-Brühe

Nach dem Quellen gebe ich noch etwas handelsüblichen fertigen Kalkmilchanstrich dazu. Kalkmilch ist der wohl bekannteste Anstrich zum Schutz der Stämme im Winter. Durch die geringe Menge, die ich hinzugebe ist mein Anstrich braun, nicht weiß. Die Kalkmilch hat bei mir eher “geruchs-einbremsende-Funktion”, denn Kuhfladen riechen halt nun mal nach Kuhfladen. Lächel.
Zuletzt noch ein homöopathisches Mittel untermengen. Heuer ist es Silicea C200. Unser Kirschbaum hatte im Sommer erste Anzeichen der Schrottschußkrankheit. Silicea ist zur allgemeinen Stärkung, Aufbau und Vorbeugen gegen Pilzerkrankungen. Also bekamen alle Bäume dieses Mittel.
Dazu gebe ich 6-8 Kugerl in ein Glas mit ca. 150ml Wasser. Wenn sich die Globuli vollständig gelöst haben, kräftig schütteln und unter den Anstrich rühren. Nähere Infos über Homöopathie für Pflanzen im gleichnamigen Buch von Christiane Maute. Hinweis auf dieses Buch findet ihr auch in meinem Beitrag über Wühlmäuse.

Der Anstrich wird nun mit so viel Wasser verrührt bis er die Konsistenz eines Palatschinkenteiges hat.

Bevor der Anstrich aufgetragen wird, werden die Bäume sorgfältig abgebürstet. Je jünger der Baum, desto weicher die Rinde und desto weicher die Bürste, die zum Abbürsten verwendet wird. Weichheits-Spanne der dafür verwendeten Bürste reicht von der Drahtbürste (alte Bäume) bis zur Schuhbürste (ganz junge Bäume).
Normalerweise werden der Stamm und die unteren Äste mit dem Brei bestrichen. Ich behandle zusätzlich alle Narben und verwachsenen Verletzungen der Rinde.
Unsere Bäume haben viele Narben, da ein halbes Jahr nach ihrer Pflanzung ein schlimmes Unwetter mit Hagel unsere Gegend verwüstete. Den vernarbten Einschlägen gönne ich eine Extrapflege. Alle Bäume haben überlebt.

lehmbrei-zum-Schutz-im-WinterLinks: Stamm wird gebürstet. Rechts: Fertig gestrichen

Gestrichen wird an einem trockenen Tag. Sollte es im Winter viel regnen, kann der Anstrich im Februar wiederholt werden. Bis jetzt war es in meinen Garten noch nie nötig ein zweites Mal zu streichen. Der Lehmanstrich hält sich sogar bis in den nächsten Winter hinein und wird erst bevor der neue aufgetragen wird, von mir abgebürstet.

Anleitung zur Herstellung einer Schachtelhalm-Brühe folgt.

Lebkuchen mit Blüten & Gerstenmalz

Bald ist der erste Advent! Also für uns Zeit, mit Kekserlbacken zu beginnen.
lebkuchen

Meine Lebkuchen sind “honigreduziert”. Statt Honig verwende ich Gerstenmalz.
Ich versuche Honig zu vermeiden, nicht weil er mir nicht schmecken oder ich an seiner wunderbaren Wirkung zweifeln würde, sondern den Bienen zuliebe. Die Bienen sterben, und ohne Bienen kein Leben. Nur die wenigsten Pflanzen kommen ohne Insekten aus, um aus einer Blüte eine Frucht zu bilden. Bienen erzeugen Honig, damit sie den Winter überleben und nicht, damit wir was Süssen haben. Wir Menschen nehmen den Bienen ihre wertvolle Winternahrung weg und füttern sie mit minderwertigem Zuckerwasser. Schon Kinder lernen, dass Zucker zwar gut schmeckt, jedoch nicht gesund ist. Zucker als Nahrung schwächt Bienen vielleicht ebenso wie uns Menschen?!. Wie sollen sie den Winter überleben ohne Honig? Mein Papa war Imker. Unsere Vorfahren wussten noch, dass sie nicht den ganzen Honig ihren Bienen wegnehmen durften. Sie lebten, ohne die Zusammenhänge zu kennen, ohne Beweise, Nachhaltigkeit. Starben die Bienen, dann konnten sie nicht einfach in einen Supermarkt gehen und sich Honig oder gar ein neues Bienenvolk kaufen. Darum wurde immer ein Teil des Honigs als Nahrung für die Bienen im Stock belassen.
Ich reduziere meinen Verbrauch an Honig und wo es geht verzichte ich komplett darauf.
Gerstenmalz ist ein wunderbarer Ersatz für Honig. Einfach mal ausprobieren. Man bekommt es in Bioläden.

Nun aber das Rezept.
lebkuchen2

10 dag Butter auf kleiner Flamme mit 10 EL Gerstenmalz und 3 EL Honig erwärmen.
60 dag Roggenvollkornmehl mit 10 dag Zucker, 3TL Lebkuchengewürz, 1 MS Zimt, 2 TL Natron, 2TL Blütengewürzmischung (ich hatte heuer noch Ringelblumen im Garten, also die Blütenblätter von 1-2 dazugeben). 3 Eier und die Butter-Gerstenmalzmischung dazugeben. Zu einem festen Teig in der Küchenmaschine verkneten. Falls zu weich, etwas weißes Mehl dazu, wenn zu fest etwas laufwarmes Wasser.
In Folie wickeln und mind. 1 Std. im Kühlschrank rasten lassen.

lebkuchen30,5 cm dick ausrollen.

lebkuchen4Ausstechen. Mit geschälten Mandeln, Nüssen oder Kürbiskernen belegen.

lebkuchen5Ei mit etwas Milch verquirlen, Lebkuchen damit bestreichen. Bei 145 C° Heißluft ca. 12-15 Min. backen. Ich bin kein Fan von unnötigem Vorheizen des Backrohres. Nur, bei Lebkuchen unbedingt vorheizen.
Fertig!

Warum ich in die Produkte von Ringana “verliebt” bin.

Nach der Umstellung meiner Ernährung und dem u. a. mir Bewusstwerden, was in Produkten enthalten sein kann, war es nur mehr eine Frage der Zeit, dass ich begann, meine Körperpflege und Kosmetik auch zu hinterfragen.
Ich sage euch, es war schlimmer als wie mit dem Essen und Trinken. Beim Durchlesen und Informieren was alles drin ist in meinen wunderschön verpackten Tiegeln und Tuben, wurde mir übel. Mega-kleingedruckte Inhaltsstoffe, Bezeichnungen, für die ich nun wahrlich ein Chemiestudium bräuchte.
Derselbe Gedanke wie bei den Berichten über Aluminium (Natron als Deo, aber nicht nur!): Ich brauche keine Beweise und Studien. Alleine die Zusammensetzung, die Konservierungsmittel, ein vielleicht Verdacht, dass diese Inhaltsstoffe eine negative Wirkung auf meinen Organismus haben werden, war für mich Grund genug, SOFORT auf Naturkosmetik umzusteigen.

ringana

Nur, auch in Naturkosmetik sind Konservierungsmittel erlaubt. (Verwendet werden pflanzliche und naturidentische Konservierungsmittel, wie Benzoesäure, Salicylsäure oder Sorbinsäure. Quelle: Schrot & Korn, 10/2013) Auch wenn Verträglichkeitstests bescheinigen, dass diese Stoffe ein sehr niedriges Allergiepotenzial haben, ich möchte KEiNEN dieser Inhaltsstoffe mehr auf meinem Körper auftragen. Seufz was tun? Meine Gesichtspflege, Fußbalsam, Duschgel oder Zahnpasta etc. nun auch noch selbst herstellen? So wie Brotbacken etc. Nein, das war mir dann eindeutig zuviel. Alles kostet Zeit. Zu meinen Glück habe ich die österreichische Firma “Ringana-Frischekosemtik” entdeckt. Und hier passt für mich einfach alles. Ihre Philosophie: 100% Natur, 100% Wirkstoff, 100% Nachhaltigkeit & Ethik, keine Tierversuche usw.

Stück für Stück habe ich nun (fast!) alle Ringana Produkte ausprobiert und bin begeistert. Ihr werdet manches Mal darüber lesen und ich hoffe, ich kann mit meiner Freude, meinen Erfahrungen und meinen Berichten ein paar von euch dazu anregen, auch diesen Weg zu gehen: Naturkosmetik statt konventioneller Kosmetik.
Falls ihr schon jetzt mehr dazu wissen wollt, einfach bei mir melden.

Semmelknödel a la Herbert*

Mein Rezept eignet sich am besten für den Dampfgarer. Falls keiner vorhanden, ist es besser Serviettenknödel zu machen. Da kein Mehl verwendet wird, ist die Gefahr, dass sie beim Ziehen im heißen Wasser zerfallen größer.

Den Teig für die Semmelknödel bereite ich immer einige Stunden vorher zu, da sie flaumiger werden, wenn ich ihnen Zeit zum Rasten lasse.

20 dag. Knödelbrot salzen und mit 4-5 Eiern vermengen.

Fein gehackten Zwiebel in Öl anschwitzen, Butter dazu, mit 1/4 l Milch aufgießen, Prise Paprikapulver + Muskat hinzu. Herd ausschalten. Die Restwärme reicht für das Erwärmen der Milch aus.

Milchmischung zum Knödelbrotteig geben, Petersilie oder Schnittlauch dazu (da bin ich flexibel, nehme was ich gerade erwische in meinem Kräutergarten) und vermengen.
Nun zugedeckt (nasses Geschirrtuch, dann trocknet die Masse nicht aus) mind. 1 Std. rasten lassen. Der Teig quillt dabei richtig schön auf.

Knödel formen, in befettete Form mit Löcher geben. 20 Min bei 100° im Dampfgarer garen. Fertig!

semmelknoedel1Links: Zutaten. Rechts: Zwiebel mit Butter, Milch, Paprikapulver, Muskat

semmelknoedel2 Links: Knödelteig Rechts: fertig zum Garen

*Herbert ist unser Nachbar, gelernter und praktizierender Koch. Seine Rezepte schmecken wunderbar. P.S. wer nicht selbst kochen will, besucht ihn in seinem Restaurant „Timeless“.

Natron als Deo, aber nicht nur!

Das Buch “Die Bombe unter der Achselhöhle” von Dr. med. Walter Mauch und mehrere Beiträge („Die schmutzige Welt der Kosmetik“ – WDR, „Die Akte Aluminium“ – arte – ORF, Profil November 2012- „Aluminium in Alltagsprodukten“ usw.) über Aluminium in Deodorants, Nahrungsmittel oder Medikamenten und deren wahrscheinliche Wirkung auf unseren Körper, erschütterten mich so sehr, dass ich beschloss, kein konventionelles Deo mehr zu verwenden. Solch einen Stoff will ich nicht auf meinen Körper auftragen. Dazu brauche ich keine Studien oder Beweise. Die Tatsache, dass Aluminium ein Nervengift ist, das krank machen kann, ist für mich Anlass genug, sofort auf solche Produkte zu verzichten.
Nur was tun? Ich habe verschiedenste aluminiumfreie Deos von Naturkosmetikherstellern ausprobiert, die ganz okay waren bis mir eines Tages eine Freundin von Natron als Deo-Ersatz erzählte. Anfangs war ich sehr skeptisch. Besonders das Fehlen des “Deo-Duftes” war sehr ungewohnt, auch das Anrühren und Auftragen einfach fremd. Hinzu kam, dass ich mich mit Natron alleine nicht “frisch und sauber” genug fühlte. Nur nicht aufgeben dachte ich für mich und nach einiger Zeit verschwanden all meine Bedenken. Keiner beschwerte sich, dass ich “miefte” und ich fühlte mich von Tag zu Tag besser dabei.
Heute kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen ein “normales“ Deodorant zu verwenden. Und das Fehlen des Duftes finde ich inzwischen perfekt, da ich sowieso ein Parfum trage und mich die Mischung der verschiedenen Duftstoffe immer störte.

aluminiumfreies deo

Für alle, die es ausprobieren wollen: etwas Natron in die hohle Handfläche geben, etwas Wasser dazu, vermischen (nicht zu flüssig oder zu breiig) und in die Achselhöhle auftragen. Und sich selbst Zeit geben. Wie gesagt, es kann ein bisschen dauern bis man sich wohl damit fühlt.
Anwendungs-Tipp: falls abends nicht geduscht wird, unter den Achseln waschen. Bleibt das Natron auch nachts auf der Haut kann es zu Hautreizungen führen.
Das Natron fülle ich einen Zuckerstreuer. Damit lässt es sich gut dosieren.

Weiters verwende ich Natron:
Als Mundspülung nach dem Essen: 1 TL Natron in ein Glas zimmerwarmen Leitungswasser verrühren. Mund damit gründlich ausspülen. Kann Karies verhindern. Mundgeruch verschwindet. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig.***lächel

Als Fußbad: ca. 10 l Wasser, 3-4 TL Natron. Füße darin ca. 1/2 Std. baden. Wirkt ähnlich einem Basenbad.

Bitte Speisesoda verwenden (Natriumhydrogencarbonat).

Viel Erfolg beim Probieren.

Gesunde Ernährung?!

Was bedeutet „gesunde Ernährung“?
Das „Zentrum der Gesundheit“ schreibt dazu: “Gesunde Ernährung ist die optimale Ernährungsweise. Eine Ernährungsweise, die dem Organismus das gibt, was er braucht. Eine Ernährungsweise, mit der man – wenn man krank ist – gesund wird und – wenn man gesund ist – dauerhaft gesund bleibt.
Die einfachste Methode, um zu entscheiden, ob dieses oder jenes Lebensmittel und ob diese oder jene Zubereitungsart zu einer gesunden Ernährung gehört, besteht darin, sich zu überlegen, ob es dieses oder jenes Produkt ohne die Hilfe der Lebensmittelindustrie geben würde. Wenn nein, dann wird es gemieden oder so zubereitet, dass es gesund wird.” Quelle: www.zentrum-der-gesundheit.de
Das klingt ja gut, sehr gut. Nur, wie setzte ich dies im Alltag um? Es braucht ein ständiges sich Informieren und Nachdenken. Schon beim Versuch das Kleingedruckte zu entziffern, geschweige denn zu verstehen, scheitere ich. Beim Lesen der Inhaltsstoffe beschleicht mich das Gefühl, dass ich im zweiten Bildungsweg nun Chemie studieren sollte, um zu verstehen, was sich hinter all diesen Bezeichnungen verbirgt. Dann noch Medizin, um die Auswirkungen auf meinen Körper zu erfassen. Wenn ich dann fertig bin mit all dem Lernen, bin ich schon jahrzehntelang gefüttert worden mit Zusätzen, die mein Körper nicht braucht, mein Stoffwechsel nicht verarbeiten kann und schlussendlich irgendwo in meinem Inneren ablagert wurden.
Lebensmittelzusatzstoffe braucht die Industrie, nicht der Mensch.
Da ich nicht warten will, bis mich die ersten Wehwehchen, hervorgerufen durch meine Fehlernährung, mich jeden Morgen begrüßen, habe ich für mich beschlossen das Thema Ernährung weniger emotional anzugehen sondern zu handeln.
Über all die Jahre kam ich zu meinem Entschluss, frisch zu kochen, regional und saisonal zu kaufen, keine gequälten Tiere zu essen und soviel wie möglich aus dem eigenen Garten zu ernten. Anfangs dachte ich, das schaffe ich zeitlich nie, Beruf, Familie, Haushalt – wie soll sich das ausgehen?
Es geht.
Was nicht in meinem Garten wächst und was ich nicht selbst herstelle beziehe ich aus biologischer Landwirtschaft. Ich backe unser Brot selber mit selbst gemahlenem Getreide. Alles wird frisch zubereitet. Fertigprodukte gibt es nur in Ausnahmefällen. Anfangs habe ich befürchtet und es wurde mir von vielen prophezeit, dass unsere Ausgaben für Lebensmittel nun ins Endlose steigen würden. Dem war nicht so. Weil ich bewusst einkaufe: keine Mehrfachpackungen, die ich nicht aufbrauchen kann; kein überteuertes Obst oder Gemüse, weil es per Flugzeuge eingeflogen wird. (z.b. Erdbeeren im Winter).
Dazu ein treffender Spruch auf den Autos der Müllabfuhr in Salzburg (Österreich):
“kauf 3, zahl 2, schmeiß eins weg.”
In meinem Haushalt bekommen unsere Kaninchen die Gemüse- und Obstreste. Essensreste übergeben wir unseren Nachbarn für die Hühner. Der Rest wandert auf den Kompost und ist ein Jahr später perfekter Humus für meinen Garten.
Ich wohne am Land und das ist ein großer Vorteil. Viele Bauernhöfe in der Nachbarschaft arbeiten biologisch und verkaufen ab Hof.
Lebensmittelskandale überraschen mich nicht mehr, seit mir bewusst ist, dass wir trotz all des Überflusses von Billigst-Lebensmittel leben.
Ich habe meine Macht als mündiger Konsument erkannt und kaufe danach ein. Der Nebeneffekt dieser “mündigen Entscheidung” ist, dass ich automatisch gesund esse. Ohne lange nachdenken zu müssen, welche Vitamine, Spurenelemente etc. in welcher Frucht, in welchem Gemüse drin sind und ob ich sie brauche, ernähre ich mich gemäß meiner Natur.

gesunde ernährungEine Maus. Für Katz und Hund das perfekte Futter!